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75 und 50 Jahre Zuggeschichte: Drei Gustorfer Jägerzüge feiern Jubiläum

14. September 2026 · 4 Min. Lesezeit

„Andreas Hofer“ erhält die 75-Jahre-Ehrung, „De Dörpjonge“ und „Heimattreue“ feiern 50 Jahre. Drei Zuggeschichten zwischen Fackelbau und Familienleben.

Drei Jägerzüge stehen beim Festbankett des Bürger-Schützenvereins Gustorf am Sonntag, 27. September 2026, besonders im Mittelpunkt: Der 7. Jägerzug „Andreas Hofer“ erhält die 75-Jahre-Ehrung, der 14. Jägerzug „De Dörpjonge“ und der 15. Jägerzug „Heimattreue“ feiern jeweils ihr 50-jähriges Bestehen. Ihre Geschichten erzählen vom Fackelbau, von sportlichen Erfolgen und von Freundschaften, die weit über die Festtage hinausreichen. Das Festbankett beginnt um 10.45 Uhr im Festzelt.

„Andreas Hofer“: Aus zehn jungen Männern wurde eine Zugfamilie

Begonnen hat die Geschichte mit zehn jungen Männern, die sich nach dem Zweiten Weltkrieg in der Gaststätte von Jakob Franken trafen. Sie entschieden sich für das Jägercorps und gaben ihrem Zug den Namen des Tiroler Freiheitskämpfers Andreas Hofer. Auch die Uniform legten sie an diesem Abend fest: grüner Rock, weiße Hose und ein Hut mit Feder. Erster Zugführer wurde Edmund von Pluto. Heute führt Tobias Zimmer die Gemeinschaft.

Der 7. Jägerzug „Andreas Hofer“ auf einer Aufnahme von 2025.
Der 7. Jägerzug „Andreas Hofer“ auf einer Aufnahme von 2025.

Besonders erfolgreich waren die Kameraden bei den Schießwettbewerben. Pokale und Medaillen aus Mannschafts-, Senioren- und Juniorenschießen schmücken ihr Feldlager. Hinzu kommen Auszeichnungen beim Schützenfußball und Bogenschießen. Auch zwei Großfackeln hat der Zug gebaut. Für den Verein übernehmen die Kameraden seit vielen Jahren den Auf- und Abbau des Kassenhäuschens.

Das Zugleben reicht weit über die Festtage hinaus. Ob beim Karnevalstreffen, bei der Zugkönigsfeier oder beim Campingausflug nach Hommelheide: Die Schützen kommen gern mit ihren Familien zusammen. Inzwischen sind neben den Kindern auch Enkel mit dabei. Aus dem Kreis von einst zehn jungen Männern ist eine Zugfamilie geworden, in der mehrere Generationen gemeinsam feiern.

„De Dörpjonge“: Großfackeln und drei Schützenkönige

Schon beim ersten Schützenfest 1977 brachte der 14. Jägerzug „De Dörpjonge“ eine eigene Großfackel mit. Viele weitere sollten folgen.

Der 14. Jägerzug „De Dörpjonge“ vor der Gustorfer Pfarrkirche.
Der 14. Jägerzug „De Dörpjonge“ vor der Gustorfer Pfarrkirche.

Zur Gründungsversammlung trafen sich Anfang Oktober 1976 zunächst 14 junge Männer in der Gaststätte Moskwa. Bis Ende des Monats war die Gruppe auf 19 angewachsen. Ein tödlicher Verkehrsunfall überschattete die ersten Monate. Zum Schützenfest 1977 traten schließlich 18 Kameraden unter der Leitung von Werner Stöcker und Josef Holz an.

Der Fackelbau blieb über viele Jahre ein wichtiger Teil des Zuglebens. Bereits die vierte Großfackel brachte 1980 einen ersten Preis. Zu den späteren Arbeiten gehörte eine prachtvolle Kutsche zum 125-jährigen Jubiläum des BSV. Insgesamt 17 Großfackeln entstanden gemeinsam mit dem 9. Jägerzug. Die Bauabende waren für beide Gemeinschaften ein fester Bestandteil des Schützenjahres.

Dreimal stellte der 14. Jägerzug einen Schützenkönig des Vereins: Peter Kruber 1988, Josef Holz 2008 und Horst Fienitz 2019. Auch beim Gewehr- und Bogenschießen sowie bei Fußballturnieren waren die „Dörpjonge“ erfolgreich.

Wilhelm Josef Sohn erinnert sich noch heute gern an seine Jahre im Zug: „Auch wenn es mittlerweile über 40 Jahre her ist, möchte ich die schöne und intensive Zeit, die ich mit der Zuggemeinschaft erleben durfte, nicht missen.“

Heute führen Eberhard Muske und Walter Cormann den Zug. Mehrere Gründungsmitglieder sind weiterhin dabei. Mit Klaus Broich, Walter Cormann, Horst Fienitz, Andreas Herten, Hans-Dieter Lieder und Egbert Staff werden beim Festbankett auch sechs Mitglieder der „Dörpjonge“ persönlich für 50 Jahre Vereinstreue ausgezeichnet.

„Heimattreue“: Sechs Männer der ersten Stunde sind noch dabei

Ein halbes Jahrhundert „Heimattreue“, und sechs Gründungsmitglieder gehören noch immer dazu: Heute zählt der 15. Jägerzug 15 aktive Schützen.

Der 15. Jägerzug „Heimattreue“ feiert 2026 sein 50-jähriges Bestehen. Der Gemeinschaft gehören 15 aktive Schützen an, darunter sechs Gründungsmitglieder.
Der 15. Jägerzug „Heimattreue“ feiert 2026 sein 50-jähriges Bestehen. Der Gemeinschaft gehören 15 aktive Schützen an, darunter sechs Gründungsmitglieder.

Begonnen hat die Geschichte im Oktober 1976 in der Gaststätte Lindenhof, auch als „Steenesch“ bekannt. Zur Gründungsversammlung trafen sich überwiegend Jugendliche des Jahrgangs 1960. Beim Schützenfest 1977 marschierte die „Heimattreue“ erstmals mit. Seitdem gehört der Zug zum Gustorfer Regiment.

An der Spitze stehen seit der Gründung Wilfried Zierke und Jürgen Kolata. Zierke führte den Zug in den ersten 20 Jahren, Kolata war sein Stellvertreter. Anschließend tauschten die beiden ihre Ämter. In diesem Jubiläumsjahr kommt Kolata auf 30 Jahre als Zugführer. Beide werden zudem für 50 Jahre im Offizierscorps ausgezeichnet.

Zwei Großfackeln hat die „Heimattreue“ in ihrer Geschichte gebaut. Bei den Schießwettbewerben und Fußballturnieren erreichte der Zug häufig vordere Plätze. Die Kameraden feiern gern miteinander und haben in den fünf Jahrzehnten viele gemeinsame Ausflüge unternommen. Auch ihre Vereinslokale gehören zur Zuggeschichte: das Don Quichotte, der Eschenkrug, die Gaststätte Zöllig in Alt-Gustorf, der Erlenhof und der Lindenhof.

Ein Höhepunkt der Zuggeschichte war das Schützenfest 2015. Jürgen Kolata repräsentierte den BSV damals gemeinsam mit seiner Frau Birgit als Schützenkönigspaar.

Die sechs Gründungsmitglieder, die in diesem Jahr auch persönlich für 50 Jahre Mitgliedschaft geehrt werden, sind Heinz-Richard Ohnesorge, Christoph Müller, Heinz Müller, Klaus Nickel, Jürgen Kolata und Wilfried Zierke.